Kein Hartz IV in Österreich

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Seit einem Jahr sinkt die Arbeitslosigkeit und steigt die Beschäftigung in Österreich, doch die positiven Entwicklungen sind nicht bei allen angekommen: Besonders ältere ArbeitnehmerInnen haben schlechte Karten am Arbeitsmarkt. Ausgerechnet ihnen streicht die Regierung jetzt auch noch die Beschäftigungsaktion 20.000. Kommt jetzt auch noch das Aus für die Notstandshilfe? 

Fakt ist: Mehr Druck auf Arbeitslose kann das Problem der Arbeitslosigkeit nicht lösen. Denn es fehlen schlicht und einfach Arbeitsplätze: Auf eine freie Stelle kommen 7 BewerberInnen!

Kurz gefasst

Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit – nicht die Bekämpfung von arbeitslosen Menschen – muss zentrales Anliegen der Politik in den kommenden Jahren sein!


Was plant die Regierung – und was ist unsere Befürchtung? 

Die Regierung will ein „Arbeitslosengeld Neu“ einführen. Noch ist unklar, was genau damit gemeint ist. Bisher bekommen Arbeitssuchende Notstandshilfe, wenn sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld mehr haben.

Unsere Befürchtung: Die Notstandshilfe könnte abgeschafft und durch die bedarfsorientierte Mindestsicherung ersetzt werden. Das Problem dabei wäre: Menschen müssten fast all ihr Erspartes – Sparbuch, Auto usw. – aufbrauchen, bevor sie Mindestsicherung erhalten. Es könnte also ganz schnell gehen: Wer den Job verliert und länger auf Arbeitssuche ist, kann in die Armutsfalle rutschen – egal, wie lang er oder sie vorher gearbeitet hat. 

Notstandshilfe versus Mindestsicherung - die Unterschiede

NotstandshilfeMindestsicherung
Betroffene behalten ihre Ersparnisse Betroffene müssen ihre Ersparnisse – Bausparvertrag, Auto und Co – erst aufbrauchen, bevor sie Mindestsicherung bekommen
Bezug zählt als Pensionsversicherungszeit, damit Betroffene im Alter von ihrer Pension leben könnenAltersarmut droht: Bezug zählt nicht als Pensionsversicherungszeit
Höhe abhängig vom früheren Einkommen, Sonderzahlungen inklusiveHöhe ja nach Bundesland unterschiedlich, max. 844€ für Alleinlebende (2017) 
Höhe unabhängig vom Einkommen des Partners bzw. der Partnerin*Hat der Partner oder die Partnerin eigenes Einkommen, bekommen Betroffene entsprechend weniger Mindestsicherung

*Gesetzesänderung aus der letzten Legislaturperiode, die im Juli 2018 in Kraft tritt.

Wen würde eine Abschaffung der Notstandshilfe treffen? 

Am Ende uns alle: Wenn sich Menschen so vor Arbeitslosigkeit fürchten müssen, sind sie froh um jeden Arbeitsplatz – und akzeptieren wohl oder übel auch die schlimmsten Arbeitsbedingungen. Die Erfahrung aus Hartz IV in Deutschland zeigt: Der Reallohn der ArbeitnehmerInnen sinkt, ein großer Niedriglohnbereich droht.

In Zahlen

Knapp eine Million Menschen pro Jahr ist von Arbeitslosigkeit betroffen. 2016 haben mehr als 167.000 Menschen in Österreich Notstandshilfe bezogen. 

Armutsfalle Hartz IV 

Besonders hart käme es für ältere ArbeitnehmerInnen. Mit fast 57.000 BezieherInnen sind Menschen der Generation 50+ überdurchschnittlich oft von langer Arbeitslosigkeit betroffen. Sie haben nach einer Kündigung kaum eine Chance, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. 

Grafik Notstandshilfe: Im Jahr 2016 waren 57.000 BezieherInnen über 50 Jahre alt. © BAK

© BAK

Das heißt: Menschen, die in ihrem Berufsleben brav alles richtig gemacht und jahrzehntelang geschuftet haben, müssten sich bei Abschaffung der Notstandshilfe zehn Jahre und mehr am Existenzminimum durchbeißen, um dann auch noch riesige Einbußen bei der Pension zu haben. 

BEISPIELE

Wir haben am Beispiel echter Fälle aus unserer Beratung ausgerechnet, was eine Abschaffung der Notstandshilfe für Betroffene bedeuten würde – und sind auf Verluste von bis zu 350.000 Euro pro Person gekommen.

Die Arbeitsmarktpolitik der Regierung

Die arbeitsmarktpolitischen Vorhaben der Regierung gehen aus Sicht der AK am Bedarf des Arbeitsmarktes vorbei:

  • Die für ältere Arbeitsuchende so wichtige Beschäftigungsaktion 20.000 wurde abgeschafft. 

  • Arbeitssuchende sollen laut Regierungsprogramm in Zukunft auch Stellen annehmen müssen, für die sie viel weniger Gehalt als vor der Arbeitslosigkeit bekommen und für die sie viel zu hoch qualifiziert sind („Zumutbarkeit“).

  • Gleichzeitig fehlen Antworten auf die Digitalisierung und steigenden Weiterbildungsbedarf. 

Was wir zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit eigentlich brauchen


1. Beschäftigungsoffensive
 

Die Politik muss dafür sorgen, dass neue Arbeitsplätze entstehen. Besonders brauchen wir Programme, die jenen helfen, die es am Arbeitsmarkt besonders schwer haben: älteren ArbeitnehmerInnen und Menschen mit geringen formalen Qualifikationen.


2. Zeit und Geld für Weiterbildung

Bildung ist wie eine Schutzimpfung am Arbeitsmarkt. Damit ArbeitnehmerInnen am Ball bleiben können, fordern wir das Recht auf eine Woche bezahlte Weiterbildung pro Jahr und ein existenzsicherndes Qualifizierungsgeld für die Zeit längerer Ausbildungen. 

FACHKRÄFTESTIPENDIUM MUSS BLEIBEN!

Laut Regierungsprogramm droht das Aus für das Fachkräftestipendium. Solange es kein besseres Nachfolgemodell wie das Qualifizierungsgeld gibt, darf dieses wichtige Programm nicht abgeschafft werden!


3. Qualitätsvolle Ausbildungen beim AMS

Im Rahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik müssen beim AMS gute Ausbildungsmöglichkeiten geboten werden.


Was ist Ihre Meinung? 

Was sind Ihre Erfahrungen mit der Arbeitssuche? Was hilft Ihrer Meinung nach Menschen, die ihre Arbeit verloren haben? Sagen Sie uns, was Sie von der Politik erwarten und was wir für Sie tun können! 

Netiquette

Wir freuen uns über Ihre Meinungen, Ideen, Anliegen oder Erfahrungsberichte! Bitte pflegen Sie einen respektvollen Umgang. Wir löschen Inhalte, die verleumderisch, belästigend, bedrohend oder rechtswidrig sind.


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Ihr Kommentar

30 Kommentare
  1. Gerhard Staszuck 18.05.2018 10:09:46
    Arbeitslosengelt

    Das Ersparte darf auf keinen Fall angegriffen werden
    Das man sich hart erspart hat und vielleicht aus gesundheitlichen Gründen arbeitslos wurde und auch noch vielleicht schon zu alt ist und keinen jop mehr findet

    Antworten
  2. Schagerl 18.05.2018 09:14:55
    Notstandshilfe

    Notstandshilfe MUSS bleiben! Jeder kann unverschuldet in die Arbeitslosigkeit rutschen, es trifft die, die früher oft jahrelang auf Ausgaben verzichtet haben um sich was anzusparen oder sich etwas zu schaffen, z. B. ein Haus, eine Wohnung,... Sozialschmarotzern muss auf anderem Weg entgegengewirkt werden.

    Antworten
  3. Robert Missiuk 17.05.2018 22:52:45
    Abschaffung der Notstandshilfe

    Warum soll man sein hartes erspartes aufbrauchen um bezüge zu bekommen . Es wirt viel zu viel abgelehnt .Bei uns in Österreich gibt es genug armut dagen soll man etwas unternehmen und nicht alles streichen und abschaffen.

    Antworten
  4. Weber 17.05.2018 21:57:30
    Arbeitslosengeld

    Ich bin der Meinung das Arbeitslosengeld steht jedem zu der Anspruch darauf hat. Imerhin zahlt man ja auch genug ein, damit man es in Anspruch nehmen kann, wenn es benötigt wird. Diese Entwicklung ist sehr bedenklich. Die Armen werden immer ärmer. Es wäre eine Schande für Österreich, eine Hartz IV einzuführen. Wie haben genug Menschen die an der Armutsgrenze leben. Pensionisten die sich nicht mal das heizen leisten können, obwohl sie ihr ganzes Leben gearbeitet haben usw. Und die Politik ist voller kreativer Ideen, die nur kleinen trifft.

    Antworten
  5. Auer 17.05.2018 15:50:11
    Abschaffung der Notstandshilfe

    Ich finde die Pläne der Regierung, die Notstandshilfe abschaffen zu wollen, sind mehr als bedenklich. Jede und jeder Österreicher könnte davon betroffen sein und somit sehr schnell in die Armutsfalle bzw Obdachlosigkeit rutschen. Die Mindestsicherung in der derzeitigen Form ist keine Hilfe, sondern eine Zumutung. Außerdem wird es dann immer schwieriger wieder aus der Abwärtsspirale raus zu kommen. Abgesehen von den existenziellen Sorgen schadet dieses System der Gesellschaft. Betroffene Arbeitsuchende leiden dadurch noch mehr und werden schnell zu den Ärmsten der Bevölkerung gemacht. Die Umsetzung dieses Vorhabens wäre ein großer Rückschritt für Österreich!!

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  6. Taschler Helmut 17.05.2018 10:25:29
    Arbeitslosengeld

    Hallo !
    Dass bei Arbeitslosengeld zuerst das Ersparte aufgebracht werden muss,finde ich nicht gut und bin strikt dagegen.Die Notstandshilfe abzuschaffen,ist meiner Meinung nach ein großer Fehler.Es trifft damit wieder die Ärmeren.

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  7. Aytac Türkan 17.05.2018 10:21:00
    Hartz IV Gefahr für Österreich

    Wir als wahlwerbende Gruppe Türk-Is in der AK-Wien, haben den Artikel des ÖGB auch in türkischer Sprache in unserem Netzwerk geteilt und unterstützen die Forderungen und Anliegen des ÖGB. Die drohende Verschlechterung der Lebenslage und des sozialen Friedens der Menschen in Österreich, -vom Lehrling bis zum Pensionisten-, darf nicht hingenommen werden !


    Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.

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  8. erna prenninger 17.05.2018 09:46:28
    Arbeislosenunterstützung

    Kein Arbeitslosenunterstützung bis das Ersparte aufgebraucht ist!
    Ich stelle mir das katastrophal vor - wömöglich ein ganzes Leben gearbeitet und sich vieles vom Mund abgespart, damit man sich im Alter auch noch die Wohnung leisten kann und dann bekommt man keine Unterstützung, da man ja eh gespart hat und dieses Geld erst einmal aufbrauchen soll! Das finde ich unmöglich! Es wird so viel Geld von der Politik verschwendet, das geht in die Milliarden - siehe Hypo Alpe Adria und so weiter.
    Der kleine Mann soll draufzahlen,
    so geht das ja auch nicht,
    Erna Prenninger

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  9. Karin D 17.05.2018 09:28:48
    Alleinerzieherin

    Als Alleinerzieherin ist der eigene Stresspegel entsprechend hoch. Unsicherheitsgefühle steigern Stress. Die Abhängigkeit von Einkommen für den Erhalt der Kinder und das Schaffen einer entsprechenden Zukunft treibt an: Fehler, Krankheiten und Wünsche haben hier wenig Platz, doch dass Wissen, dass bei Verlust des Arbeitsplatzes durch schwere Krankheit kurzfristig Überleben sowie der Erhalt des geschaffenen Lebensstandards möglich ist, senkt die Angst und damit den Stresspegel. Meine Mutter hat für ihr selbst erbautes Haus mit dem BurnOut bezahlt. Letztendlich schenkt es jedoch Beruhigung für meine Kinder, was deren Zukunft angeht. Arbeitslosigkeit wäre im System HartzIV auch bei schwerer Krankheit ein NoGo, denn als Alleinerzieherin ist er unmöglich für Kinder Erspartes oder ein Erbe zu schaffen. Leben am seidenen Faden? Armutsfalle, Schuldenberg, das Akzeptieren schlechtester Arbeitsbedingungen... WAS für eine Zukunft für das Land und für unsere Kinder soll das sein?

    Antworten
  10. Christian 17.05.2018 09:26:13
    Altersarbeitslosigkeit

    Ich bin selbst ein betroffener, nach 34 Jahren Arbeit jetzt auf der Suche nach neuer Arbeit, ich finde es nicht richtig, wenn versucht wird auf ein mühsam angespartes Vermögen zuzugreifen, nur weil man mit 50+ schwer Arbeit findet.
    .

    Antworten
  11. Erich Kopecny 17.05.2018 08:38:12
    Umverteilung - ein ewiges Thema.

    Wie Bertolt Brecht meinte:
    "Reicher Mann und armer Mann standen da und sahn sich an
    und der Arme sagte bleicht: „Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich".

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  12. Günther J. Schemel 17.05.2018 07:37:57
    Notstandshilfe

    Durch die Einführung der Registrierkassenpflicht verlor ich meinen Arbeitsplatz und muss jetzt in der Notstandshilfe mit einem Taggeld von € 18,23 auskommen. Es wurde doch beschlossen, dass das Partnereinkommen nicht mehr mitgerechnet wird, sollte ab Juli in Kraft treten. Und das soll wieder über den Haufen geworfen werden, obwohl sich die FPÖ als die Partei des kleinen Mannes bezeichnet. Oder braucht man zusätzliche Einnahmen wegen der Abschaffung des Pflegeregresses? Die Auflösung der Mittelschicht wird weiter fleißig vorangetrieben

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  13. Wolfgang Springer 17.05.2018 07:24:26
    Nehmt den Schwachen und gebt den Reichen

    Das ist die Einführung einer pervertierten Form der Vermögenssteuer. Denen, die eh fast nichts haben und durch Schicksalschläge benachteiligt sind, wird alles genommen. Damit sich die Reichen weiterhin auf Kosten aller Anderen ihre Pfründe sichern und mit ihren Maseratis durch die Gegend fahren können. Die Abgase dürfen dann jene einatmen, die sich keine bessere Wohngegend leisten können, also jene, denen man (siehe oben) alles genommen hat.

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  14. Elfriede 17.05.2018 07:03:21
    Notstandshilfe

    Das kann doch wohl nicht wahr sein! Man hat sich die Leistungen aus der Notstandshilfe erarbeitet und nur weil man keine Anstellung findet soll man alles verkaufen oder an den Staatlichen verschenken. Das ist A-Sozial. Ein einheitliches Existenzminimum muss her oder sollen in einem Land wie Österreich die Leute verhungern?
    Sie sollten sich alle schämen!!!
    Frau Merkel hat vor ca. 20 Jahren schon gesagt, man muss erst alles zerstören, dann kann man was Neues auch Schlechteres einführen und die Menschen freuen sich!
    Also viel Spaß dabei!

    Antworten
  15. Karin Buritz 14.04.2018 18:55:00
    Je mehr Konkurrenz desto besser Qualität

    Je mehr Konkurrenz für die Firma desto schaut mehr Arbeitsgeber auf Qualität. Arbeitsgeber wird dann selbst schauen, dass seine Arbeitsnähmer weniger Übermüdung haben und eine Möglichkeit sich weiterbilden können.

    Antworten
    • Christina von "Wie soll Arbeit?" 20.04.2018 11:04:59
      Verbriefte Rechte – statt der Markt regelt alles

      Liebe Frau Buritz, die empirische Evidenz sagt leider etwas anderes – sonst wären im Jahr 2017 nicht rund 250 Millionen Mehr- und Überstunden von den ArbeitnehmerInnen geleistet worden (45 Millionen davon, also etwa jede fünfte Mehr- oder Überstunde, wurden weder bezahlt noch gibt es dafür Zeitausgleich).
      Arbeitnehmerschutz und Arbeitszeitregelung sind Rechte der ArbeitnehmerInnen – die Arbeiterkammer hilft ihnen, dass sie auch zu ihrem Recht kommen.

  16. Karin Buritz 14.04.2018 18:19:25
    Mehr Unterstützung

    Die Staat soll mehr Selbstständige, neue Gewerbe und die Gründe von eine Firma ( nicht nur neue sondern auch eine Franchise) unterstützen. Dann können einige Arbeitslosen etwas selbstverständlich machen oder eine kleine Unternehme gründen. Die neue Firmen können wenige bankrott sein und mehr Arbeitsplätze. Es wird zwar mehr Konkurrenz, aber Konkurrenz macht besser Qualität!

    Antworten
    • Christina von "Wie soll Arbeit?" 20.04.2018 11:04:00
      Unterstützung für GründerInnen und Selbständige

      Das AMS hat eigene Programme, um Menschen beim Sprung in die Selbständigkeit zu qualifizieren und zu unterstützen.
      In Österreich gibt es so viel Unterstützung für GründerInnen, soviel dass AWS (Austria Wirtschaftsservice) und FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) sogar einen Förderpiloten eingerichtet haben: https://www.foerderpilot.at/. Klar, mehr ist immer gefragt, nur muss man sich die Förderungen auch hinsichtlich ihrer tatsächlichen Effekte ansehen. Jene, die quasi als „cherry on top“ einen reinen Mitnahmeeffekt darstellen – sind in Frage zu stellen.
      Voriges Jahr wurde von der SPÖ-ÖVP-Bundesregierung eine für Menschen, die sich selbständig machen möchten, extrem wichtige Maßnahme und langjährige Forderung der Arbeiterkammer beschlossen: die Reform der Privatinsolvenz. Eine große Angst beim Sprung in die Selbständigkeit, die keine Förderung der Welt und auch weder GründerInnenoffensiven, noch JungunternehmerInnenoffensiven ... weiterlesen

  17. Karin Buritz 14.04.2018 17:53:48
    Alleinverdiener und Schwangerschaft

    Wenn ein Mann in der Familie Alleinverdiener ist und seine Frau schwanger ist, darf der Mann nicht gefeuert wird

    Antworten
  18. Karin Buritz 14.04.2018 14:36:25
    Alleinverdiener

    Wenn eine Frau oder ein Mann im der Familie mit kleinen Kindern (mit kleinem Kind) Alleinverdiener ist, darf nicht gefeuert werden!

    Antworten
  19. Karin Buritz 14.04.2018 14:29:41
    Karenz

    Wieso zahlt Karenzgeld nur die Staat (Kinderbetreuungsgeld)? Es wäre auch gut, dass das Geld für Karenz auch Arbeitsgeber zahlt! Zum Beispiel von 50% bis 65% von Lohn! In diesem Fall verlieren Frauen oder Männer, die im Karenz sind, Geld von Pension nicht! Karenz ist der selbe Entlassung von Arbeit wie Urlaub oder Krankenstand! Kinder in erste 3 Lebensjahren brauchen sehr stark ihren Eltern. Wissenschaftler haben schon beweisen, dass Kinder, die sehr früh in der Kinderkrippe gegangen, haben mehr psychologische Probleme als Kinder, die erste 3 Lebensjahren mit Mama oder Papa waren. Arbeitsgeber muss auch Karenzgeld zahlen (50 - 65% von Lohn). 50% Aufageben können andere Mitarbeitern nehmen und 50% kann Arbeitsgeber eine andere Person Teilzeit nehmen (nur für Karenzzeit). Wenn die Frau (der Mann) nach Karenzzeit nur Teilzeitarbeit haben möchte, dann kann diese andere Person fix bleiben. Frauen werden von Arbeitsgeber nicht benachteiligt, weil Männer auch in Karenz gehen können. ... weiterlesen

    Antworten
  20. Gerry 09.04.2018 15:10:13
    Ich will arbeiten - aber keiner will mich

    Rausgeschmissen mit 55. Und das trotz jahrelanger Loyalität. Seither zig Bewerbungen. Nicht einmal Antworten, geschweige denn Einladungen zu Vorstellungsgesprächen. Es dauert nicht mehr lange, dann läuft das Arbeitslosengeld aus. Wenn es nach den Plänen der Regierung geht, krieg ich nichts mehr. Ich habe mir mit meiner Frau ein Haus gebaut. Ist das jetzt die Konsequenz für fleißiges Arbeiten? Und ja - ich habe einen Beruf gelernt, in dem es angeblich einen Mangel gibt. So kann es nicht gehen!

    Antworten
    • René von der Initiative „Wie soll Arbeit?“ 12.04.2018 14:52:12
      Wir kämpfen für Sie!

      Lieber Gerry,
      Was Sie beschreiben klingt wirklich schwierig. Tragisch ist auch, dass die Aktion 20.000 unser Versuch war zu verhindern, dass ältere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in diese furchtbare Situation kommen.
      Trotz der Tatsache, dass gerade Ältere vom derzeitigen Aufschwung kaum profitieren streicht die Schwarz-Blaue Bundesregierung diese wichtige Initiative. Anscheinend glauben sie, es brauche nur noch mehr Druck auf arbeitslose Menschen und – schwupps- sie finden einen Job. Spätestens, wenn man ihnen das Eigenheim oder das Auto wegpfändet.
      Dieser zynische Ansatz wird so nicht funktionieren und nach Durchsicht des Regierungsprogramms muss man sich schon fragen, ob die Strategie der neuen Bundesregierung bei der Beschäftigung von länger arbeitslosen Personen nicht in Richtung Niedriglohn- bzw. Null-Lohn-Beschäftigung gehen wird!
      Wir treten für Regelungen wie ein wirksames "Bonus-Malus-Modell" ein, das für Unternehmen dann ... weiterlesen

  21. Meier Robert 04.04.2018 14:37:14
    Arbeitssuche

    Hallo,
    es ist erschreckend wenn Arbeitssuchende in die Firma kommen und keine geeignete Person für eine offene Stelle dabei ist. Es werden bei uns Stellen ausgeschrieben die keine aussergewöhnliche Kenntnisse erfordern. Es muss eine Lehrabschlussprüfung vorhanden sein und gewisse Grundkenntnisse vorhanden sein.
    Dies ist bei vielen Bewerbern nicht gegeben oder manche wollen auch einfach nicht.
    Dies ist ein Faktum. Wie kann man Arbeitslose vermitteln wenn keine Fähigkeiten vorhanden sind. Auch bei den Lehrlingen ist dies der Fall. Es können Jugendliche keine 2 Zahlen, im Kopf, zusammen zählen oder einen ordentlichen Satz schreiben.
    Wir würden Lehrlinge aufnehmen doch die Bildung ist erschreckend.
    Wenn die Arbeitslosigkeit bei 7% liegt und für freie Stellen finden sich keine Interessenten oder auch nur annähernd qualifizierte Personen so läuft auf verschiedenen Ebenen sehr viel schief.
    Zum einen bei den Arbeitssuchenden selbst da ... weiterlesen

    Antworten
  22. Trixi Soder 27.03.2018 17:53:13
    ArbeitsmarktPOLITIK

    Nicht jeder von uns ist in der Lage, sich die für den Arbeitsmarkt erforderliche Qualifizierung anzueignen. Es gibt Menschen, die wegen chronischer Erkrankung oder den Folgen eines (Arbeits-) Unfalles häufig Schmerzen haben und dadurch nicht das geforderte Arbeitstempo erreichen können.

    Nur in Betrieben, die vom AMS gefördert werden, können Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es diesen Menschen ermöglichen, einer Arbeit nachzugehen. Sie erhalten dafür einen Lohn, der ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht und durch ihr nun mögliches Konsumverhalten stärken sie wiederum die Volkswirtschaft. Sie zahlen in das System der Sozialverrsicherung einen Beitrag, der sie gegen Altersarmut schützt und anstatt diesem System zusätzliche Kosten (Arbeitslosigkeit löst auch Krankheit aus) zu verursachen, stärken sie es.

    Diese Betriebe haben die Bezeichnung "sozialökonomisch", was ihren Nutzen für die Betroffenen und die Gesellschaft gut ... weiterlesen

    Antworten
  23. Edith Reisinger 26.03.2018 21:22:34
    keine Notstandhilfe

    Ich bin stolze Österreicherin und Linzer´in, weiblich und 55 Jahre mit 2 erwachsenen, guterzogenen und sehr lieben Töchtern.
    Durch den guten Job meines Mannes hatte ich die Möglichkeit unsere Kinder auf- und erziehen, daher habe ich erst 2011 wieder zu Arbeiten begonnen.
    Oktober 2013 hatte ich einen Arbeitsunfall, der mich bis heute (März 2018) an meinem weiteren Berufsleben, hindert. Habe täglich Schmerzen. Habe über die Firma bei der ich beschäftigt war eine Abfindung von € 70,-! bekommen!
    Bin nun schon seit 2013 Arbeitslos. In der Zwischenzeit war ich auch Arbeiten, aber nur kurze Zeit, da ich leider immer wieder Schmerzen hatte. Seit damals bin ich immer wieder im Krankenstand.
    Meine Anmeldung beim AMS für Notstandshilfe blieb bis heute ergebnislos!
    Mein Mann bekommt keinen Alleinverdiener mehr.
    Wir haben noch eine Tochter die studiert (die braucht auch im Monat ca. € 700,-). Mit allen Abzügen von Mietkosten und alles was ... weiterlesen

    Antworten
    • Boris vom Team "Wie soll Arbeit" 28.03.2018 11:33:41
      keine notstandshilfe

      Liebe Frau Reisinger,
      danke für Ihre Nachricht. Die wenigsten Leute können sich wohl vorstellen, jahrzehntelang zu arbeiten und dann im Zuge eines Arbeitsunfalls fast mit leeren Händen dazustehen. Wir möchten auf keinen Fall, dass Sie sich mit ihrem Anliegen alleingelassen fühlen. Um Ihren konkreten Fall gründlich behandeln zu können, wäre es sicherlich am besten, sich direkt an unsere AK-Zentrale in Linz zu wenden. Sie können sich entweder telefonisch beraten lassen oder gleich einen persönlichen Termin vereinbaren: +43 50 6906 0.
      Mit besten Wünschen & freundlichen Grüßen,
      Boris von "Wie soll Arbeit"

  24. Daniela Pokorny 06.03.2018 16:27:57
    Notstandshilfe

    1.) Notstandshilfe wird nicht 14 x im Jahr ausgezahlt, genau sowenig wie das Arbeitslosengeld.
    2.) Es fehlt nicht an Arbeitsplätzen, sondern die Firmen wollen keine Älteren mehr einstellen, da sie diesen die Vorjahres Dienstzeiten anrechnen müssen und das wollen sie nicht. In meinem Fall müssten sie mir mindestens € 2.000,-- brutto bezahlen. Ich sämtliche Weiterbildungen in Buchhaltung, EDV und Personalverrechnung samt Qualifikationsnachweise und bekomme aus diesem Grund und weil ich 50 Jahre alt bin, seit 2013 keinen Job.

    Antworten
    • Tobias Kartusch 10.03.2018 18:12:51
      Ergänzung

      Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
      Meiner Meinung nach muss eine gewisse "Entechnisierug stattfinden" um neue Arbeitsplätze wieder zu schaffen, bei gleichbleibender Digitalisierung und Technisierung geht sich die Rechnung sonst vorne und hinten nicht aus. - Vor allem wenn die Wochenarbeitszeit gleich bleibt!
      Ich denke vor allem in der Landwirtschaft gäbe es da Chancen. Dafür brauchen wir eine starke Sozialdemokratie!

    • Boris vom Team "Wie soll Arbeit" 28.03.2018 11:00:27
      Ihr Beitrag

      Liebe Frau Pokorny,
      danke für Ihren Beitrag! Sie haben völlig recht, dass wir im Bereich der älteren ArbeitnehmerInnen ein Problem haben, da diese oftmals aus Kostengründen immer schwerer einen Job finden. Gerade deshalb setzt sich die AK für gezielte Jobprogramme wie etwa die Beschäftigungsaktion 20.000 ein. Leider hat die Regierung hier Kürzungen vorgenommen.

      Anstatt den Druck auf Arbeitssuchende noch zu verschärfen braucht es aber ein wirksames Bonus-Malus-System als Anreiz für Betriebe, ältere MitarbeiterInnen zu beschäftigen sowie Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit und damit der Arbeitsfähigkeit der Menschen bis zum Pensionsalter. Die AK wird sich auch in Zukunft für Investitionen in höhere Beschäftigung, Weiterbildung und qualitative Ausbildungen beim AMS einsetzen. Um sicherzustellen, dass nicht Arbeitslose bekämpft werden, sondern die Arbeitslosigkeit, brauchen wir möglichst viele engagierte ArbeitnehmerInnen, die uns im Einsatz für ... weiterlesen

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